Dein Wesenskern

Die dunkle samtige Leere. Aus dem Zwielicht in die unendliche Dunkelheit. Unendlich und ewig. Und voller Fülle. Und dann – oder war es nur eine Illusion? – der Hauch eines Gedanken von einem winzigen funkelndem Licht in der Ferne, ganz weit weg.

Dann ist die Dunkelheit wieder da mit ihrer vollen Wucht – überwältigend, verschluckend.

Aber nicht vollständig – denn es gibt immer noch die Erinnerung an dieses Licht, den Gedanken von diesem Licht, dieses immens winzigen Partikels weißer Hoffnung. Und dieses reicht aus, ein ganzes Universum zu entzünden.

Der Urknall!

In dieser gewaltigen Explosion jenseits aller Vorstellung geschieht Schöpfung, Kreativität pur: Materie wird geboren! Erst Wasserstoff, dann all die anderen Elemente. Sterne entstehen und sterben, aus ihnen werden neue Sterne. Galaxien voller Sterne, das Universum dehnt sich aus. Irgendwo später dann eine Galaxie namens Milchstraße, dort irgendwo am Rande ein kleiner Stern, unsere Sonne, der dritte Planet Erde, Wasser, Atmosphäre, für einen Augenblick der Universumsuhr taucht ein auf Kohlenstoff basiertes Wesen auf und denkt – der Mensch.

Machen wir nun ein kleines Gedankenexperiment und nehmen für einen Moment an, Zeit existiere nicht. Wenn es aber keine Zeit gibt, passiert alles im selben Moment: die dunkle Leere, der Urknall, die Ausdehnung des Universums – alles passiert gleichzeitig jetzt in diesem Moment. Und wie die Wissenschaftler jetzt noch nach über 15 Milliarden Jahren den Nachhall des Urknalls „hören“ können, tragen wir alle, wir Kinder des Universums, die ganze Geschichte des Universums in uns, in jedem einzelnen Teil unserer Zellen, Moleküle, Atome, Quarks etc. Und deswegen sieht unser Mikrokosmos, unsere subatomare Welt der Partikel in uns ganz genau so aus wie unser Makrokosmos, wie das Universum. Schon Hermes Trismegistos lehrte es uns: Wie im Großen, so im Kleinen. Die Schlange Ouroboros, die ihren eigenen Schwanz verschlingt. Wie du innerlich bist, so erlebst du deine Außenwelt. Änderst du dich, ändert sich deine Außenwelt.

Wenn wir jetzt in unserer Mikrokosmos noch tiefer eindringen würden, noch feiner und kleiner als die kleinsten bekanntesten Teilchen, dann würde wieder die Dunkelheit kommen, eine unendliche samtige Leere, ewig und voll. Voll bis zum Überfließen mit Möglichkeiten. Unendlich vielen Möglichkeiten wie wir sein können, wie wir leben können.

Wir müssen uns nur entscheiden. Dann können wir wieder explodieren und etwas erschaffen.

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